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Lokalnachrichten - 18. Juli 2008

Restaurant Paganini im Gildehaus ausgebrannt ::: Gerichtsverhandlung gegen Angelo Lucifero vorläufig eingestellt ::: Erfurt erstarrt

Restaurant Paganini im Gildehaus ausgebrannt

Am Donnerstagmorgen ging bei der Feuerwehr Erfurt gegen 4:40 Uhr eine Meldung über einen Gebäudebrand ein. Bei diesem Gebäude handelt es sich um das Gildehaus am Fischmarkt, das sowohl das Restaurant Paganini als auch die Erfurter Handwerkskammer beherbergt. Durch die Alarmüberwachung des Objektes, ging sofort eine Einsatzerkennung bei der Feuerwehr ein, so dass sofort mit den Berufsfeuerwachen eins und zwei ausgerückt werden konnte, erläutert Einsatzleiter Manfred Schmidt. Als die Feuerwehr am Einsatz Ort auf dem Fischmarkt eintraf, stand das Gildehaus in Flammen.
Die Brandursache ist noch unklar, aber sicher ist, dass der Brand im rechten Teil des Gastraumes ausgebrochen ist, dort wo sich auch der Durchgang zur Handwerkskammer befindet. Polizeisprecher, Manfred Etzel dazu: "Zur Brandursache kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden, die Brandausbruchsstelle wurde von uns gefunden. Die befindet sich, wenn man davor steht im rechten Teil der Gaststätte, in einer Ecke ist das Feuer definitiv ausgebrochen. Die Tatortgruppe der LKA und die Brandursachenermittler unserer Kriminalpolizei sind dabei die Ursache zu ermitteln. Wie lange sich das hinzieht kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden."
Während des Brandes und bei den Löscharbeiten ist niemand verletzt worden.
Etzel berichtet weiter, dass laut der Restaurantbetreiber bis 24:00 Uhr Betrieb herrschte, danach aber abgeschlossen und um 2:00 Uhr noch eine Kontrolle des Sicherheitsdienstes durchgeführt wurde, bei der jedoch noch nichts auffälliges bemerkt worden war. Gegen 4:40 Uhr hörte dann ein Anwohner einen lauten Knall und informierte sofort Feuerwehr und Polizei. Manfred Schmidt, Einsatzleiter der Feuerwehr, berichtet über die Vorgehensweise bei diesem Fall. "Wir waren sechs Minuten später, konkret mit 25 Leuten vor Ort, haben dort sofort zwei C-Rohre vorgenommen, der Brand war ja auf der rechten Seite zusehen, aus dem Gebäude herausgeschlagen. Wir haben die Flammen dann also abgeschlagen und sind dann zum innen Angriff vor und haben dann die Innenablöschung gemacht."
Besitzer des Gildehauses ist die Handwerkskammer Erfurt, so befinden sich im Obergeschoss Teile der Handwerkskammer und im Erdgeschoss das italienische Restaurant Paganini, welches von den Betreibern gepachtet wird. Die Schäden an den Räumen der Handwerkskammer sind aber so gering, dass dort morgen, nach einer Reinigung, wieder gearbeitet werden kann. Hingegen sind die Schäden an der Fassade und im Restaurant erheblich größer. Die historischen Wand- und Deckenverkleidungen wurden von den Flammen komplett zerstört. An der Fassade sind einige Stücke abgebrochen, der linke Teil des Restaurants, der sich im Haus zum breiten Herd befindet, wirkt von außen jedenfalls kaum beschädigt. Als erste Einschätzung der Schadensgröße wurde eine Summe zwischen ein und zwei Millionen Euro genannt.
Ob es sich um Brandstiftung oder um einen Unfall handelt, ermitteln die zuständigen Behörden noch. (StefanieBöhme)


Gerichtsverhandlung gegen Angelo Lucifero vorläufig eingestellt

Die Gerichtsverhandlung gegen den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Thüringen, Angelo Lucifero, wurde am Dienstag aus gesundheitlichen Gründen vorläufig eingestellt. Damit erkannte das Gericht die Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten an. In der Verhandlungssache gegen Lucifero stehen die Ereignisse vom 15. März 2007 im Mittelpunkt. Schon seit Jahren wird der bekennende und aktive Antifaschist Lucifero von Rechtsradikalen bedroht. Am 15. März letzten Jahres kam es während einer regelmäßig stattfindenden Donnerstagsdemonstration auf dem Anger zu einem gewalttätigen Übergriff von Neonazis auf den Gewerkschafter. Dieser zog eine Schreckschusspistole und schoss damit aus Notwehr und zur Abschreckung in die Luft. Lucifero wurde daraufhin von der Staatsanwaltschaft wegen unerlaubten Waffenbesitzes und von den Rechtsradikalen wegen Körperverletzung angezeigt. Gegen die rechtsradikalen Angreifer wurde keine Anklage erhoben.
Der Vorfall führte auch zu Kontroversen innerhalb der Gewerkschaft. Der Thüringer DGB-Vorsitzende Steffen Lemme und der Landesbezirksleiter von ver.di Thomas Voß gingen auf Distanz zu ihrem streitbaren Kollegen und leiteten ein Kündigungsverfahren gegen Lucifero ein. Nach zahlreichen Solidaritätsbekundungen von GewerkschaftskollegInnen, aber auch vom ver.di - Bundeskongress wurde die Kündigung wieder zurückgezogen.
Was die Einstellung des Verfahrens für Lucifero und die öffentliche Debatte bedeutet, erläutert Michael Ebenau von den GewerkschafterInnen gegen Rechts. „Die Einstellung des Verfahrens bedeutet auch nicht einen Freispruch, da kann man auch nicht sagen politisch ist das alles sehr begrüßenswert, was da passiert ist. Weil politisch wäre aus unserer Sicht, der GewerkschafterInnen gegen Rechts, richtig gewesen, wenn man auf die Frage der Bedrohungssituation mal öffentlich diskutiert und thematisiert. Damit auch in den Blick nimmt was von rechts passiert.“ Mit Bezug auf die steigende Zahl rechter Übergriffe auf Personen und Einrichtungen mit antifaschistischem Hintergrund in Thüringen kritisiert Ebenau die öffentliche Debatte um den Prozess und die mediale Darstellung des Falls als zu einseitig:
„Es wird, für meinen Geschmack, zu viel darüber diskutiert, dass sich die Angegriffenen möglicherweise falsch verhalten haben. Vielleicht durch Aussehen und Verhalten die Nazis provoziert hätten und damit wird eigentlich die Gefahr, die von rechts ausgeht, immer verniedlicht und es wird so getan als könne man ihr entgehen. Tatsächlich geht es aber nicht darum, dass man sich in Deutschland oder in Erfurt und Jena so verhalten muss, dass man Rechten aus dem Wege geht, sondern eigentlich muss man Rechten sich in den Weg stellen, um der neonazistischen Gefahr zu begegnen.“
Wann der Prozess fortgesetzt wird steht zur Zeit nicht fest. Bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Angelo Lucifero wird Radio F.R.E.I. berichten. (DavidVollrath)


Erfurt erstarrt

Am Mittwoch um 16.16 Uhr sorgten ca. hundert Jugendliche auf dem Willy-Brandt-Platz für eine gespenstische Atmosphäre. Genau eine Minute dauerte die von langer Hand geplante Aktion, genannt Flashmob.
Der Begriff bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen. Meistens werden Flashmobs über das Internet organisiert. Deshalb kennen sich die Teilnehmer üblicherweise nicht persönlich.
Schon einmal hat es in Erfurt einen Flashmob gegeben. Am 8. September 2007 hatten sich in mehr als 50 Bahnhöfen bundesweit, unter anderem in Erfurt, über 2000 Menschen versammelt, um gegen die Bahnprivatisierung zu protestieren. Um 11.55 Uhr machten sie für 2 Minuten mit Trillerpfeifen, Topfdeckeln und Trommeln Alarm und zerrissen anschließend Zettel mit der Lügengleichung 183 = 13.
Am Mittwoch zerrissen die Flashmobber keine Zettel, sondern erstarrten für genau eine Minute auf dem Willy-Brandt-Platz, ohne politischen Hintergrund, einfach um etwas Verrücktes zu tun.
(CharlotteEhrenwerth)

Lokalnachrichtenredaktion
18.07.2008

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