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Lokalnachrichten - 23. April 2010

Bildungsstreik abgewehrt! ::: Erstes Wächterhaus in Erfurt


Lokalnachrichten 23. April 2010

Bildungsstreik abgewehrt!

Für den gestrigen Bildungsstreik - Aktionstag hatte die Aurora Jugendgruppe, die unter dem Bildungsstreik Bündnis Erfurt agiert, geplant über Missstände im Bildungssystem zu informieren. Dazu wurde eine Informationsveranstaltung in der Aula des Königin-Luise-Gymnasiums Erfurt vorbereitet. Transparente wurden aufgehangen und Flyer an die Schüler verteilt. Probleme, wie zu große Klassen, zu hohe Bildungskosten und das dreigliedrige Schulsystem werden kritisiert. Mehr Demokratie und Mitbestimmung in Schulen gefordert. Bevor die Aktion jedoch an die Schülerschaft vordringen konnte, wurden die 8 Schüler und Studenten vom stellvertretenden Schulleiter und der Polizei angewiesen das Schulgelände zu verlassen, Polizeisprecher Manfred Etzel berichtet:

„Wir sind informiert worden, dass im Königin-Luise-Gymnasium sich mehrere Personen unberechtigt aufhalten, um da irgendwelche Sachen kund zu tun. Es befanden sich fünf Personen in der Aula und drei Personen vor dem Gymnasium und haben Flyer verteilt und haben Transparente auf gehangen. Allen wurde ein Platzverweis ausgesprochen, die Personalien erfasst und Anzeige erstattet.“

Der stellvertretende Schuldirektor Heinrich Baaske habe Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt, erläutert Manfred Etzel. Er habe als Direktor das Recht unangemeldete Personen des Geländes zu verweisen. Der stellvertretende Schuldirektor war auf Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

„Wir haben damit gerechnet, dass es eventuell zu erst einmal Diskussionen und Gesprächen mit der Schulleitung kommen wird, aber das wir eigentlich dann die Schulleitung davon überzeugen können, dass wir unsere Aktion, die ja auch eben nur bis um 11:00 geplant war, durchführen können und da dann nicht direkt so eine, also so eine Eskalation eigentlich daraus gemacht wird.“

Erklärt Hermann Hellwig, ein Mitglied der Jugendgruppe Aurora, der an der Aktion beteiligt war. In der zweistündigen Informationsveranstaltung waren Vorträge über die aktuelle Misere im Bildungssystem geplant. In einem interaktiven Workshop mit den Schülern, sollten eigene Texte und Forderungen verfassen werden. Schüler, die selbst nachdenken und sich engagieren, das sei das Ziel. Nicht, dass Schülern die Möglichkeit gegeben werde Unterricht zu versäumen, wie Hermann Hellwig verdeutlicht:

„Wir wollten in keiner Art und Weise so etwas wie diese Unibesetzung machen, die es im letzen Jahr sehr gehäuft gab. Wir haben darüber nachgedacht, haben uns aber dagegen entschieden, weil das ja an der Schule doch ein bisschen anders abläuft als an einer Universität. An der Universität da können ja die Studenten meistens frei entscheiden, ob sie an Vorlesungen teilnehmen möchten oder nicht und an der Schule da hat man ja eigentlich die Pflicht am Unterricht teilnehmen zu müssen.“

Dieser friedliche Bildungsstreik, wie auch wiederholte Proteste in der Vergangenheit, fanden kein Gehör. Bleibt die Frage, ob so ein zufriedenstellendes Bildungssystem aufgebaut werden kann.

(Elisa Haase)

Erstes Wächterhaus in Erfurt

Was passiert eigentlich mit leer stehenden Häusern in Erfurt? Oft verfallen sie, oder werden mutwillig zerstört. Bis Eigentums- oder Finanzierungsfragen geklärt sind, ist dann oft nicht mehr viel zu retten. Das soll sich, mit den Wächterhäusern, jetzt auch in Erfurt ändern. Entstanden ist die Idee der Wächterhäuser 2004 in Leipzig. Angelehnt daran gründete sich 2008 in Erfurt der Wächterhaus e.V., unterstützt durch alle Stadtratsfraktionen. Urs Warweg Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtrat und Vereinsvorsitzender erläutert die Überlegung hinter den Wächterhäusern:

„Die Idee war, dass Häuser die vom Verfall bedroht sind, vom Vandalismus bedroht sind, durch Mensch, Institutionen belegt werden, damit bewacht werden und damit vor weiterem Verfall bewahrt werden.“

Also eine klassische Win-win-Situation. Wie bei einzelnen Projekten, zum Beispiel im alten Innenministerium, bereits vorgemacht, sollen möglichst viele leere Häuser in Erfurt eine Zwischennutzung bekommen. Das erste Haus, das der Verein nach längerer Suche nun zur Verfügung stellt, befindet sich in der Talstraße 16. Zum 1. Juni übernimmt der Wächterhaus e.V. das Gebäude von der Stadt Erfurt. Es bietet 6 abgeschlossene Wohnungen mit jeweils 3 Zimmern auf 60 Quadratmeter. Urs Warweg beschreibt den Zustand des Hauses:

„Also die Fenster sind in Ordnung, Türen sind drin, Elektro ist auf niedrigem Standart vorhanden. Die Wohnung wäre mit Kohleöfen zu beheizen, die müsste man sich erst besorgen, Anschlüsse an Schornsteine sind da. Malermäßig sollte man das Ganze instand setzen und ja, wenn man den Fußboden anders haben möchte … Also gewisse handwerkliche Fähigkeiten sollten vorhanden sein, sich das herzurichten.“

Gedacht sind die Wächterhäuser für Vereine und Künstler, auch Büros seien vorstellbar. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, eine Wohnnutzung ist jedoch aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen. Nur eins sollten sich Interessenten vor Augen halten:

„Dass die Herrichtung der Wohnung doch in einem relativ einfachen Umfang für die jeweilige Nutzung vorgenommen wird, weil nach fünf Jahren geht der Wächter dann, wenn es ganz normal läuft, nicht verlängert wird raus und was er da rein gesteckt hat, ist dann quasi weg. Es lohnt sich also nicht da große Dinge zu investieren, das ist auch nicht das Ziel.“

Die Nutzungsgebühr für die Wohnungen betragen 1€ pro Quadratmeter, zuzüglich der Kosten für Wasser, Abwasser und Strom. Zwei Bewerber gibt es schon, Interessierte können sich per E-Mail an die Adresse des Vereins waechterhaus-erfurt@gmx.de melden.

(Dominic Eger)



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23.04.2010

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