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Rassismus in Kinderbüchern

Gertrud Selzer, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Aktion 3.Welt Saar war zu Gast bei Radio F.R.E.I.


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Zur Homepage: a3wsaar.de


Kaffeesatz-Redaktion
19.02.2013

Kommentare

  1. Also diese Frau hat alles mögliche, unter anderem keine Ahnung. Wenn man die Bücher ändert, ändert man das Geschichstbild. Dann werden später die Kinder nicht mehr lernen das es früher jede menge rassismus gab. Und wenn sie für eine Organisation tätig ist die den Begriff "3. Welt" im Namen führt dann ist das nicht gerade sehr korrekt und Modern. Es heißt heute ja "Eine Welt". Also falls man noch auf die Idee kommt in Tom Sawyer und Huckleberry Finn das Wort Nigger zu entfernen, dann zeigt das auf welche Art und weise hier Augenwischerei beganngen wird.

    Thomas - 19.02.2013, 11:40

  2. Da muss ich Thomas voll & ganz zustimmen. Aus Geschichtsbüchern wird ja auch nicht Hitler entfernt. Es war so und man muss sich damit auseinandersetzen!

    joh - 19.02.2013, 11:46

  3. An die Kommentator*innen:
    Es ist immer wieder interessant, wie die rassistischen Wörter in Kinderbüchern zu wichtigen Instrumenten der historischen Bildern erhoben werden.
    Rassistische Begriffe wurden und werden rassistisch verwendet und produzieren Ausgrenzung und Unterdrückung. Bildung geht anders!!!

    pfff - 20.02.2013, 22:19

  4. Schön, dass das Interview eine Debatte anregt. Zu den Argumente gegen eine kritische Auseinandersetzung mit Kinderbüchern möchte ich einige Anmerkungen machen.

    1. Bücher, zumal Kinderbücher, wurden immer wieder ge- und verändert. Jede Neuübersetzung von Werken von Dostojewski oder Shakespeare ist eine Neuinterpretation aus der Perspektive der jeweiligen Zeit. Gerade Kinderbuchklassiker wie Gullivers Reisen wurden teilweise bis zur Unkenntlichkeit verstellt. Bei einer Diskussion um diskriminierende Worte wie "Neger" auf eine Texttreue zu pochen, scheint mir vorgeschoben.

    2. Natürlich verändert man die Geschichte, wenn man Bücher verändert. Aber das tut man auch mit jeder Straßenumbenennung. Ich bin froh, dass die Adolf-Hitler-Straße heute Bahnhofstraße heißt, auch wenn damit ein Teil Erfurter Stadtgeschichte unsichtbar gemacht wird.

    3. Im Interview ging es ja nur zum Teil um die angekündigte Modernisierung einiger Kinderbuchklassiker von Ottfried Preußler, der leider heute verstorben ist. Der andere Teil beschäftigte sich mit der langen Geschichte, verharmlosender, rassistischer Stereotype und kolonialem Erbe, das es aus meiner Sicht nicht als "Kulturgut" zu verteidigen gilt.

    4. Zur Versachlichung der Debatte: Wer wirklich wissen will, was der Thienemannverlag vorhat, findet hier die nötigen Infos: http://cms.thienemann.de/index.php?option=com_content&view=article&id=637:sprachliche-modernisierung-von-klassikern&catid=15:news-artikel&Itemid=29
    Im Übrigen war die Modernisierung der Wunsch des Autors und keine selbstherrliche Entscheidung des Verlages. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Autoren ihre Texte verändern. Kafka und Brecht haben dies auch getan und keiner hat sich beschwert.

    5. Die geforderte kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit Begriffen und ihrer Geschichte ist sinnvoll, von Kindergartenkindern allerdings etwas zu viel verlangt. Denen liest man heutzutage zum Glück auch keine HJ-Bücher mehr vor.

    6. Wird von den KritikerInnen völlig die Perspektive der Menschen ausgeblendet, die von den reproduzierten rassistischen Bildern und Begriffen betroffenen sind, nämlich schwarze Menschen in Deutschland. Eine Stellungnahme zur Debatte findet sich hier: http://neu.isdonline.de/raus-mit-den-kolonialen-altlasten-das-wort-neger-ist-nicht-teil-deutschen-kulturgutes-sondern-diskriminierend/

    7. Und die "Aktion 3. Welt Saar" führt ganz bewußt nicht den Namen "Eine Welt" und begründet dies auch ausführlich:
    "Die Debatte zu '3. Welt, Eine Welt' ist schon etwas älter. Der Begriff '3.Welt' leitet sich ab aus dem in der französischen Revolution aktiven '3.Stand'; ist also ein politischer Begriff, der ein Herrschaftsverhältnis beschreibt. Vom Klang her ist sicherlich 'Eine Welt' sympathischer und harmonischer. 'Eine Welt' ist zwar nett und gut gemeint, aber nicht ganz ehrlich. Schon die Galeerensklaven im alten Rom saßen in EINEM Boot mit ihren Peinigern. Richtig ist auch, dass in vielen Ländern der so genannten 3. Welt eine 1. Welt existiert und in Ländern der 1. Welt immer mehr eine 3. Welt. Solange es noch ein Oben und ein Unten gibt, ist es deshalb angebracht, von einer 3. Welt zu reden. Sprache sollte Realitäten abbilden und nicht verwischen. Eine sprachlich-rhetorische Glättung und die Ausblendung unangenehmer politischer Realitäten ist sicherlich individuell nachvollziehbar und nicht per se böse gemeint. Aber es ist keine gute Grundlage, um auf Augenhöhe miteinander zu kommunizieren. Das Risiko, als Bote/in einer schlechten Nachricht traditionell für die Nachricht selbst verantwortlich gemacht werden, müssen wir dabei in Kauf nehmen.

    So, ich bin gespannt auf weitere Reaktionen!

    Frank - 21.02.2013, 12:07

  5. Vielen Dank für die informative Radiosendung! Besonderns bemerkenswert fand ich den Kommentar des Moderators, dass doch viele Eltern häufig auf die Ressourcen und liebgewonnenen Bücher (und im übrigen auch Spielmaterialien) der eigenen Kindheit zurückgreifen. Vielleicht war das auch ein Grund für den Aufschrei vieler. Sich dabei zu ertappen, dass man selbst schon "von Kindesbeinen" an rassistischen Bildern und Vorstellungen ganz unkritisch ausgesetzt war und ist und diese möglicherweise genauso weitergibt - und es nicht einmal gemerkt hat - das tut einem "aufgeklärten" weißen Bürgertum weh. Dass Trotz- und Abwehrmechanismen niemanden auf Dauer auch nur einen Schritt weiterbringen, steht außer Frage. Vielleicht und hoffentlich lernen wir durch diese Debatten, ein Stück weit selbstkritischer zu werden... und Kritik anzunehmen.

    Mona - 21.02.2013, 15:27

  6. Wir müssten auch Tausende Filme neu synchronisieren wo das Wort Nigger oder Zigeuner
    vorkommt, oder einfach rauspiepsen.
    Ihr seid schlimmer als die Bücher verbrennenden Hohlköpfe während des 1000 Jährigen Reiches.
    Wer schützt uns vor solchen Wirrköpfen???

    Ingrid - 25.02.2013, 09:50

  7. Liebe Ingrid, leider schützt uns niemand vor solchen Wirrköpfen / Gutmenschen...man kann halt die politische Korrektheit auch schnell ins Unsinnige treiben.

    JBe - 26.02.2013, 13:47

  8. "Du Jude" - so wurden und werden Menschen beleidigt. Gestützt auf das Klischee über eine Menschengruppe. Es war zeitweise weitaus diskriminierender und auch gefährlicher, wenn man tituliert wurde "Du Jude" als "Du Neger".

    Nun gehen die als "Ihr Juden" ständig geschmähten und beleidigten Angehörigen einer Religionsgemeinschaft mit 5000jähriger Geschichte aber anders mit dem grauenhaft beleidigenden J-Wort um, als die schwarzen Menschen mit dem N-Wort. Die einen sagen "Ich bin Jude", die anderen sagen nicht "Ich bin Neger". Warum? Weil sie die öffentliche Meinung immer noch nicht ausreichend auf ihrer Seite haben! Ich bin sicher, nachdem wir gegen die Idioten gewonnen haben, werden wir von allen Seiten, selbst von Weißen, nur hören: "Wir sind alle Neger! Wir sind stolz, Neger zu sein!"

    Jan Kuhlmann - 05.05.2014, 23:04

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