Aktuell

Das Programm von heute
05:00 Offene Sendefläche
nach § 34 ThürLMG
09:00 Rumpumpel
Radio für die ganz Kleinen
10:00 Quartiersplausch
Gespräche in Erfurt Nord
12:00 F.R.E.I.stunde
Programm von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche
13:00 Easy Sunday
Easy Listening
15:00 Geborgte Zukunft
Globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung
16:00 Lange Rille
die LP zum Sonntag
17:00 Protzfrech
Investikacktiver Journalismus
18:00 Bücherbar
Thüringer Autoren
19:00 SOULsorge
Soulmusik
21:00 Soundtrack
Filmmusik
22:00 Klangforschung
Sendung für elektronische Musik

++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ KW 15

Erfurt fördert Kultur für Bürger ::: Internationale Studierendenkonferenz Computer Science +++ Kunstgenuss an den Ostertagen ::: Geplante Schließung der Bibliothek am Berliner Platz :: Trinkwassertrasse im Steiger :: Erfurts Südosten stellt Antrag auf Förderung ::: Schicksal einer geflüchteten Roma

artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!

Schicksal einer geflüchteten Roma


„Die Polizei kam mit fünf Mädchen zu meiner Schwester und sagten: 'Du bist jetzt für uns Zuhälterin'. Und meine Schwester sagte, dass sie das nicht wolle. Meine Schwester ist auch 58 Jahre als. Wir Roma machen solche Sachen nicht. Die Polizisten sagten ihr 'Wenn du das nicht machst, weißt du, was mit Dir und deiner Tochter passiert. Meine Schwester hatte Angst und hat es gemacht. Die Polizei kam dann und hat das Geld einkassiert. Und ein Jahr später kamen andere Polizisten und meine Schwester kam vor Gericht und wurde dort zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nach fünf Monaten kamen die Polizisten zu mir und verlangten das Gleiche. Da bin ich geflüchtet.“

Dies ist die Geschichte von Radmila Anic's Schwester. Aber es ist auch ihre eigene Geschichte. Die Geschichte von einer über 50 Jahre alten Frau aus Serbien. Von einer Roma aus Serbien, einer „Zigeunerin“ Sie ist auf der Flucht vor den Menschen, die sie ausnutzen wollen, bedrohen, erpressen und ausbeuten. Aber es sind nicht etwa Menschen, die von der Polizei gesucht werden; denn sie gehören selber zur Polizei, und man deckt sich gegenseitig; zumindest wenn es um Roma geht wie Radmila.

Aber was genau ist passiert? Radmila Anic ist vor 10 Monaten aus Serbien geflohen, aus der Stadt Novi Sad, in der knapp 230.000 Einwohner leben, davon über 3500 Roma. Geflohen ist sie deshalb, weil sie Besuch bekam von zwei Männern, die ihr in unregelmäßigen Abständen Geld entwendet haben. Mal waren es 500 Euro, mal waren es 1000. Irgendwann waren Radmilas Ersparnisse aufgebraucht. Aber das hielt die Polizisten nicht davon ab, weiterzumachen und Radmila in ihrer Organisation aufzusuchen:

„Die Polizisten sagten: 'Du musst uns Geld geben' Ich habe ihnen etwa 1200 Euro gegeben und sie sagten 'Wenn du anderen Polizisten davon erzählst, weißt du, was mit Dir passiert.' […] Das ist die Mafia. Diese Polizei arbeitet mit der Mafia zusammen. […] Und meine romische Organisation ist kaputt.“

Einer dieser beiden Männer war Polizeiinspektor von Novi Sad. Radmila gab ihnen das Geld. Doch die beiden Polizisten gingen nicht, sie zerstörten vorher noch einige teure Gerätschaften wie z.b. Nähmaschinen, die nur gemietet waren.
Ihre Organisation sollte den Roma-Frauen helfen:

„Ich habe von den Frauen für die Erstellung der Textilien die Materialkosten und die Unkosten bekommen und sie konnten diese dann zum Beispiel auf der Straße verkaufen.“

Eine Organisation also, die anderen Roma-Frauen half, selbst wirtschaftlich mit Textilware tätig zu werden.

Mittlerweile war Radmilas Schwester wegen Zuhälterei ins Gefängnis gekommen. Und nun sollte auf Radmila das gleiche Schicksal warten. Denn die Polizisten wollten auch sie zwingen, in das Prostitutionsgeschäft mitzuwirken, ansonsten werde sie umgebracht.
Den Umsatz der Prostituierten steckten sich die Polizisten natürlich selber in die Tasche. Radmila und ihre Schwester sind aber nicht die einzigen Opfer der beiden Beamten; ihre ganze Familie sei, so Radmila, vor den Polizisten geflohen, weil auch sie drangsaliert wurden. All diese Eindrücke, Erlebnisse und die Angst, die ihr zugefügt wurde, reichte den deutschen Behörden jedoch nicht aus:

„Ich war am Gericht und habe erklärt, dass ich in Serbien von der Polizei diskriminiert werde, dass meine Schwester wegen der Diskriminierung gegen Roma in Serbien im Gefängnis sitzt. Das waren für das Gericht keine Gründe, mir Asyl zu gewähren. Ich habe dann auch meine Situation geschildert und gesagt, dass wenn ich zurück komme, könnte es für mich sehr gefährlich sein, ich könnte umgebracht werden und trotzdem waren das keine Gründe um hier Asyl zu bekommen.“


Ihre Abschiebung ist sehr wahrscheinlich, da nach deutschem Asylrecht der gesamte Balkan als sicheres Herkunftsland eingestuft wird. Damit befindet sich Radmila also weiterhin in Gefahr, bei Ankunft in ihre Heimat von den Polizisten aufgesucht und bedroht zu werden.

„Ich werde drangsaliert und vielleicht sogar umgebracht. Das ist die Mafia, wie die Mafia funktioniert muss man jetzt nicht groß erklären. […] Und im Grunde ist meine ganze Familie vor diesen zwei Polizisten geflüchtet.“




Tilman Hochreither & Granit Berisha & Marie Baumann
10.04.2015


artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!

Geplante Schließung der Bibliothek am Berliner Platz

Die Ortsteilbibliothek am Berliner Platz soll laut Oberbürgermeister Andreas Bausewein im nächsten Jahr geschlossen werden.
Grund dafür sind die Kosten, die den knappen Haushalt entlasten sollen. Die Miete für die Räume am Berliner Platz kosten die Stadt jährlich rund 130.000 Euro.
Das Vorhaben steht in der Kritik von Anwohnern und dem Ortsteilbürgermeister Dr. Wolfgang Geist. Es sei die einzige kulturelle Einrichtung vor Ort und sei auch nicht durch einen „Bibliotheksbus“ zu ersetzen, da die Bibliothek auch als Veranstaltungsort genutzt werde. Die Anschaffung eines solchen Busses würde zudem 400.000 Euro kosten.
Ein weiteres Problem mit einer mobilen Bibliothek sei auch, dass der Bus alle Ortsteile anfahren müsste und somit nur kurz an den jeweiligen Standorten verfügbar wäre.
Über eine Suche nach Alternativobjekten wurde nicht informiert.
Die Problematik wird auf Antrag der CDU Fraktion in der nächsten Stadtratssitzung diskutiert.


Trinkwassertrasse im Steiger

Die Arbeiten an der Trasse für eine neue Trinkwasserleitung im Erfurter Steiger werden weiter geführt. Im Gebiet der 15 Meter breiten und 450 Meter langen Schneise kündigen Markierungen die nächsten Bauarbeiten an. Die Neue Wasserleitung soll die alte ersetzen, die teilweise schon über 100 Jahre alt sei.
Verlegt werden die neuen Leitungen von der Thüringen Wasser GmbH (Thüwa). Diese investiert circa 700.000 Euro in den Bau der neuen Trasse.
Für die gefällten Bäume wurden Ersatzpflanzungen angekündigt. Diese könnten etwa am Rand des Steigers in Richtung Rhoda ihren Platz finden.


Erfurts Südosten stellt Antrag auf Förderung

Erfurt hat mit dem Stadtplanungsamtsleiter Paul Börsch einen Konzeptentwurf für die Sanierung des Süd-Ostens Erfurts vorgelegt. Nach diesem Entwurf ist der Rahmen definiert, nach welchen die Infrastruktur in den Teilen Herrenberg, Melchendorf und am Wiesenhügel verbessert werden sollen. Der Antrag geht an das Förderprogramm „Soziale Stadt.“ Dabei handelt es sich um ein Programm zur Städtebauförderung, das Städte oder Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf finanziell unterstützt. Gespeist werden die Fördermittel seit 1999 aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Ländern. Dominantes Ziel des Programms ist, die Lebens- und Wohnbedingungen in einem bestimmten Gebiet zu verbessern. Weiterhin geht es darum, die wirtschaftliche Basis in jenen Stadtteilen zu stabilisieren. Bisher wurden insgesamt mehr als 600 Ortschaften und knapp 400 Gemeinden vom Förderprogramm unterstützt.
Angeregt wurde das Vorhaben, die infrastrukturelle Lage der drei südöstlichen Stadtteile Erfurts zu verbessern vom Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider von der SPD. Wird der Antrag bewilligt, könnte dieser ab 2016 in Kraft treten. Stadtplanungsamtsleiter Paul Börsch sieht die Angelegenheit optimistisch.


Tilman Hochreither & Granit Berisha
09.04.2015




artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg







Hier runterladen!

Erfurt fördert Kultur für Bürger

Die Stadt Erfurt setzt auf Kulturförderung. Andreas Bausewein, Oberbürgermeister von Erfurt, hatte letzten Mai dem Fraktionschef im Stadtrat ein Manuskript gegeben, in denen die freiwilligen Zahlungen der Stadt Erfurt aufgelistet waren. Dieses Manuskript umfasst 10 Seiten und bezieht kulturelle Institutionen ein wie z.B das Theater Erfurt mit rund 11 Millionen Euro jährlich. Weitere Förderungen aus den Stadtkassen gingen und gehen an die Stiftung Krämerbrücke und die Arbeitsgemeinschaft Erfurt-Weimar-Jena. Dennoch ergeben sich Defizite gerade in den großen Kulturbereichen wie Museen, die Musikschule, Bibliotheken und der Zoopark. Bausewein aber versichert, dass hier keine weiteren Abstriche zu machen seien, denn das wiederum hätte Abstriche bei den Landeszuweisungen aus dem Kulturlastenausgleich zur Folge. Diese werden für Städte mit überregionalem Kulturangebot pauschal an die Stadtkasse überwiesen. Insgesamt betragen diese Förderungen der Stadt Erfurt an Kulturangebote einen Wert von 43,7 Millionen Euro.

Kunstgenuss an den Ostertagen

Die Kunstmuseen Erfurt laden Besucher ein mit diversen Ausstellungen und Veranstaltungen über die Ostertage und in den Osterferien. Im Angermuseum findet eine Sonderausstellung statt mit dem Namen "Wir gehen Baden!". Im Zentrum steht hierbei die Kultur des Badens von der Renaissance bis zur Gegenwart. Über 100 Meisterwerke werden präsentiert. Die Veranstaltung findet heute um 15Uhr statt. Eine Kinderführung gibt es auch; und zwar am Donnerstag, den 09.April zwischen 14 und 15 Uhr. Die Kinderführung mit dem Namen "Friedrich geht baden!" ist besonders für Kinder ab 6 Jahren geeignet. In der Peterskirche auf dem Petersberg wird die sogenannte "Konkret-Konstruktive-Kunst" präsentiert. Sie umfasst Malerei, Grafik, Skulpturen und Objekte von 115 nationalen und Internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Führung findet am Sonntag, den 12. April statt. Das Schloss Molsdorf lädt zum Osterspaziergang ein mit anschließenden Schlossbesuch. Die Schlossräume können von 10-17Uhr besichtigt werden. Zusätzlich findet im Schloss das Theaterstück "Der gestiefelte Kater" statt. Aufgeführt wird die Inszenierung am 10. April vom Figurentheater Henning Hacke. Das Stück ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet und findet um 14Uhr statt. Die Spieldauer beträgt 35 Minuten.


Internationale Studierendenkonferenz Computer Science

Vom 14.-16. April 2015 findet an der Fachhochschule Erfurt die 4. Studierendenkonferenz Computer Science (4th Student Conference on Computer Science, SCCS)statt. Interessierte können sich dafür 13. Februar bis 10. April anmelden. Die Konferenz wird gemeinsam von der Fachrichtung Angewandte Informatik der Fakultät Gebäudetechnik und der Informatik der FH Erfurt und dem Institut für Computersysteme der Polytechnischen Universität Odessa, Ukraine, organisiert. Die Webseite www.ai.fh-erfurt.de/sccs/ gibt Interessierten weitere Informationen. Wie von Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Herwig (FH Erfurt, Wirtschaftsinformatik) zu erfahren war, werden sich die Studierenden mit Themen wie Mobile Computing, Bilderkennung und Positionierung befassen. Die Konferenzsprache ist Englisch. Auf dem Programm stehen neben den inhaltlichen Themen auch Thüringer Kultur von Rostbratwurst bis hin zu einer Stadtführung durch Erfurt. Zwischen dem ukrainischen Institut und der Erfurter Fachrichtung gibt es seit 2008 eine enge Partnerschaft, die u.a. seit 2014 die Möglichkeit eines doppelten Masterabschlusses bietet. Die Studierendenkonferenz wird in diesem Jahr durch Spenden der Firmen mdc Power und Erdrich Umformtechnik unterstützt.


Granit Berisha
07.04.2015




Die Lokalinfos der Vergangenheit können in unserem Archiv nachgelesen werden

Lokalnachrichtenredaktion
07.04.2015

Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen


Wird nicht veröffentlicht.