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22:00 Klangforschung
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Erfordia Latina (April 2018)

Lateinmagazin

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148. Sendung ERFORDIA LATINA, vom 25. April 2018: Vikarin Maria Knabe über modernen Religionsunterricht und alte Sprachen in der Theologie


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147. Sendung ERFORDIA LATINA, vom 18. April 2018: Der russische Schriftsteller Vladimir Varankin und sein Roman "Metropoliteno"(1933)


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(Fragmentum mythistoriae Vladimiri Varankin quae praetitulatur Metropoliteno, 1933) Quamvis Popovius omnes certiores de conventiculo politico fecisset, dimidia pars gregis politici iam abierat. Popovius campanas agitavit. "Conventiculum generale initium habere declaro. Primo de rebus internationalibus audiemus sodali Vinokutov referente. Secundo de sodali Ivagin agetur, qui factioni nocuerit. Vinokurov mensae appropinquans in mensae margine folia nonnulla posuit. "Brevi omnia dixero. Tamen mihi opus erit minutis nonaginta." "Concedite ei horam unam solum!" clamavit sodalis quidam in vicibus posticis sedens. "Ergo de hoc suffragio feramus. Cui vestrum hora una placet?" Omnibus propositum placidum fuit. "Insani sunt", murmuravit Popovius indignabundus, "cuncta aliquo modo in unam horam farcias, quaeso." Vinokurov indefessus loquebatur, volubiliter, voce alta, nimis velociter. Auscultatores primo orationem intellegere experiebantur auribus strictis et oculis apertis. Tunc fessi et viribus destituti nihil intellexerunt et auditio non iam facta est. Oratione finita quaestiones et disputationes non erant. Inde Popovius concilium capiendum praelegit et trans locos paene legibiles voce haud clara saltavit. Itum est ad argumentum alterum. Omnes silescebant. Domna Schipova legere incohatus est: "Sodales! Nunc dicturi simus de factionis membro quodam, de sodali Ivagin. Nobis omnibus ille homo bene notus est. Res criticandae in eo privatim non sunt. Operam multam dat iam diu et id satis honeste. Ecce autem sors infelix: sodalis Ivagin nonnullos factionis duces non diligit. In critica contra gregis nostri duces et contra totius apparatus duces perlucet egoismus eius et perlucent similes causae abominandae. Alio modo vix interpreteris indagationem eius perpetuam de operariorum vitiis, vix interpreteris eius laudem propriam continuatam. In principio commentarios murales confecit, auxiliante typographo Zorin, qui factionis membrum non est. Nunc autem directo adit moderatores periodicorum Moscuensium! Sic nemo agit nisi amici Leonis Trotski maligni. Utique me purgo de omnibus his verbis: inimici factionis tantummodo ita agere videntur. Minime agitur de vitiis detegendis, agitur de pugna contra factionem!" In vicibus posterioribus tumultus ortus est, cum alicunde applausus audirentur. Cum applaudentibus indignantes altercati sunt: "Turpe est mentiri! Ivagin res Trotskianas nequaquam fovet! Sodalem nostrum bene novimus!" Sodalis Serebrovski campanulas sonare fecit. "Sodales! Nolite umquam praestare vicini doctrinam non Trotskianam! Trotskistae incessabiliter inter nos laborant. " Sodalis Zoja continuavit: "Itaque, o sodales, vos iam inviti consuetudinem contraxeratis cum Trotskismi fautore. Ipse Trotski nos arguit erratus politici et putoris. Nonne Ivagin cuncta talia alludere cupivit? Vos autem defenditis eum. Gregis nostri moderatores rem istam tractantes decisionem fecerunt ut Ivagin factionem relicturus esset." Popovius rogavit velletne quis adiungere rem, dum auscultantes suspiciosos inspicit. Omnes tacebant. "Sodales! Nobiscum est elementum maxime nocens, nobiscum est agitator destruens. Talis agitator destruens numquam contentus erit. Vel socialismum respuit. Agitator subdolus de operariis honestis audacter calumniatur qui vitam pro re nostra profundant et ita porro. Diebus nostris agitator improbus elementum Unioni Sovieticae maxime inimicum est." "Favete linguis", loqui coepit subito sodalis Nikolajev. "Bene, sed paucis verbis tantummodo..." "Eum e factione expellere nolim. Causas, quibus eum de Trotskismo accusemus, haud video neque quoad agitationem destructoriam. Ivagin porro diurnarius domus nostrae confectricis est, qui vitia nostra in labore aperta facere debet. Venatio in eum nobis ne sit permissa!"
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(Auszug aus dem roman "metropoliteno" von vladimir varankin, 1933)
Obgleich popov die mitteilung über eine parteiversammlung an alle gesandt hatte, war die hälfte der parteizellenmitglieder schon weggegangen. Popov betätigte die glocke. "Ich erkläre die generalversammlung für eröffnet. Zuerst geht es um die internationale lage. Genosse vinokutov wird darüber berichten. Dann geht es um die frage, wie wir auf das parteischädigende verhalten des genossen ivagin reagieren sollen. Vinokurov ging zum tisch, legte einige weiße blätter auf den rand des tisches und sagte: "Meine rede wird kurz sein, doch weise ich darauf hin, daß ich mindestens eineinhalb stunden benötige." "Gebt ihm eine stunde!", schrie jemand aus den hinteren reihen. "Gut, wir stimmen ab. Wer ist für eine stunde?" Es stellte sich heraus, daß alle einmütig für eine stunde waren. Verärgert sagte popov zu vinokurov: "Die sind verrückt. Versuch eben, alles irgendwie in eine stunde zu verpacken." Vinokurov sprach ohne absetzen, geschliffen, laut - und viel, viel zu schnell. Zu beginn versuchte das publikum seine worte mitzubekommen, spitze die ohren, reckte die hälse. Dann wurde es müde, verstand nichts mehr und verweigerte schließlich jegliches zuhören. Nachdem er beendet hatte, fanden sich weder fragesteller und diskutanten. Die resolution wurde blitzschnell von popov vorgelesen, unleserliches genuschelt vorgetragen. Man kam zur zweiten frage. Im raum herrschte plötzlich grabesstille. Schipova stand in aller ruhe von ihrem platz auf. "Wir sprechen jetzt, genossen, über das parteimitglied ivagin. Alle kennen wir ihn gut, den genossen ivagin. Gegen ihn als menschen kann man auch nichts schlechtes sagen. Schon lange arbeitet er hier und eigentlich tadellos. Und doch passierte ein unglück, denn genosse ivagin kann einige aus unserer führerschaft nicht leiden. In allen seinen aktivitäten gegen die parteizellenführerschaft und den apparat ist das am meisten verachtenswerte motiv sein egoismus. Denn wie sonst kann man sich erklären, daß er systematisch fehler in der arbeit unserer genossen sucht und sie in schlechten artikeln aufbauscht? Am anfang schrieb er das für unsere wandzeitung nieder, wobei ihm nichtparteimitglied zorin als redakteur half. Jetzt aber wendet er sich direkt an die moskauer arbeiterpresse! So etwas, genossen, machen doch nur trotzkisten! Ja, ich nehme die volle verantwortung auf mich für das, was ich nun sage: nur parteifeinde können so etwas tun! Es geht keineswegs um einen kampf gegen fehler, es geht um einen kampf gegen die parteiorganisation!" In den hinteren reihen erhob sich lärm, aus anderen reihen war aber applaus zu hören. Denen konterten aufgebrachte arbeiter: "Lüge! Ivagin ist doch kein trotzkist!" "Unseren kameraden, den kennen wir zu gut!" Serebrovski griff wieder zur glocke. "Genossen, man kann nie garantieren, daß selbst der eigene nachbar kein trotzkist ist. Die arbeiten ohne unterlaß mitten unter uns!" Zoja fuhr fort: "Paßt auf und erkennet, genossen! Unter euch herrschte ja bereits ein friedvolles arrangement mit solchen trotzkistischen auswüchsen. Niemand anders als trotzki selbst beschuldigte uns des renegatentums und der fäulnis. Spielt nicht auch ivagin darauf an? Aber ihr, ihr verteidigt ihn noch! Der parteizellenvorstand hat darüber schon diskutiert und ivagins parteiausschluß beschlossen." Popov fragte, ob jemand dazu etwas sagen wolle, wobei er die zuhörer aufmerksamst beobachtete. Die aber schwiegen. "Darum geht es, genossen, daß wir es mit einem äußerst unnützen element zu tun haben. Wir haben es mit einem destruktiven agitator zu tun! Ein solcher ist niemals zufrieden. Selbst den sozialismus mag er nicht. Ein solcher aktivist schmiedet ränke gegen ehrenwerte arbeiter, die sich ganz und gar aufopfern. Jetzt ist ein solcher agitator, der angeblich mißstände aufklären sollte, nichts anderes als ein antisowjetisches element geworden!" "Ich bitte ums wort", sagte Nikolajev. "Aber kurz, bitte!" "Ich bin gegen den parteiausschluß von ivagin. Ich erkenne keine gründe, ihn des trotzkismus oder eines irgendwie schädigenden verhaltens anzuklagen. Er ist ja ganz offiziell betriebskorrespondent und muß schon deswegen mißstände aufdecken. Wir haben kein recht, eine jagd auf ihn zu veranstalten." [Übersetzungen aus der Esperanto-Originalversion: Bernhard Schwaiger]
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146. Sendung ERFORDIA LATINA, vom 11. April 2018: Dietmar Lange über Meteorologie und Wettervorhersage (2. Teil)


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145. Sendung ERFORDIA LATINA, vom 4. April 2018: Dietmar Lange über Meteorologie (1. Teil)


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Quippe ita formido mortalis continet omnis, / quod multa in terris fieri caeloque tuentur, / quorum operum causas nulla ratione videre possunt / ac fieri divino numine rentur. ---- Fear in sooth holds so in check all mortals, because they see many operations go on in earth and heaven, the causes of which they can in no way understand, believing them therefore to be done by power divine.
[Lukrez, De rerum natura, 1, 146~149; Übersetzung: Hugh Andrew Johnstone Munro, 1860]



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26.04.

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