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Elektronische Tanzmusik in der Samstagnacht auf Radio F.R.E.I.

Mach‘s gut, Dirk!

Folgenreiche Ereignisse kündigen sich im Leben eher selten an. So ereilte uns völlig überraschend die traurige Nachricht, dass unser geschätzter Radio-F.R.E.I.-Moderator Dirk Fischer von uns gegangen ist. Er verstarb in der Nacht vor seinem 58. Geburtstag.



artikel/dirk_400.jpegDie Menschen aus seinem Umfeld suchten gern das Gespräch mit ihm. Meist ging es um Filme, Serien und natürlich Musik. Letztere war wohl seine erste Liebe, um mal einen Song aus den 70er Jahren zu zitieren.

Diese Liebe zur Musik drückte sich in seinen Sendungen für Radio F.R.E.I. aus, der "Langen Rille", den "Memory Hits" oder Rubriken wie der "LP der Woche". Er war aber auch Gast in der "SOULsorge", bei "Easy Sunday", im "Zeitsprung“, im so genannten Satire-VIP am Freitag oder bei den F.R.E.I.Jazzern.

Dirk war ein wandelndes Musiklexikon und wer mit ihm arbeiten durfte, der wusste, dass er großartige Lexika und Bücher über Bands, Künstler oder Musikgeschichte zu Hause hatte.

Wenn Dirk sich im Radio aufhielt, dann erkannten wir das - ohne ihn zu sehen - schon an seiner sonoren Stimme. Diese Stimme war wie geschaffen fürs Radio: einprägsam, angenehm, wiedererkennbar und obendrauf mit Thüringer Zungenschlag.

Dirk lebte die Idee des Radios als Ort der Begegnung. Er war nicht nur einfach da, um Sendungen zu moderieren. Er mochte das Gespräch mit anderen Radioschaffenden. Manchmal schaute er nur zu, wie andere eine Sendung vorbereiteten. Er besuchte spontan den Radio-Container, um sich mit den anwesenden Jugendlichen auszutauschen oder einfach nur ein paar Witzchen mit ihnen zu reißen. Oft tauchte er auch sonntags mit Kuchen auf der F.R.E.I.fläche auf, um vor dem "Tatort" daheim zu fliehen und lieber eine Unterhaltung über Sinn und Unsinn des Lebens zu führen. Auch legendär waren seine "Auftritte“ donnerstags zur Vorproduktion der Sendung "Easy Sunday“. Da wurden Tränen gelacht. Irgendwie war er dadurch stets im Radio präsent. Wie eine entscheidende Nebenfigur aus einer seiner geliebten Serien, ohne die die gesamte Serie nur halb so unterhaltsam wäre.

Was wäre Breaking Bad ohne Saul Goodman? Oder Homeland ohne Saul Berenson? Und so ist Dirk ein entscheidender Teil von Radio F.R.E.I. gewesen.

Dirk war direkt, unverschwurbelt in der Formulierung und nicht immer politisch korrekt. Er war durchaus streitbar, hatte seine Vorurteile, konnte diese aber ebenso schnell wieder abbauen. Wenn man sich die Zeit nahm ihn kennenzulernen und er dies zuließ, war Dirk einer der herzlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann.

Nun ist er genauso überraschend gegangen, wie seine Lieblingsserien-Figur Tony Soprano. Der stand mitten im Leben und feierte und plötzlich, wie aus dem Nichts, die schwarze Abblende. Ende. Dirk, du wirst fehlen.


14.05.

Kommentare

  1. mach’s gut, mein freund. das radio wird ohne dich für mich nie wieder das gleiche sein. da fällt eine großer brocken dessen weg, weswegen ich eigentlich oft nur den weg in die studios angetreten hatte. kontakt zu einem menschen haben zu wollen, der nicht erst 5 min. verschwurbelte und konstruierte nullsätze in den raum blies, bevor so etwas wie ein sinn zu erkennen war, sondern klar und geradeaus sprach. u.a. das war es, was dich für mich so sympathisch machte. da waren auch unsere langen gespräche über filme, serien und musik. bei letzterem fanden wir zwar nur selten zusammen, zu unterschiedlich waren die geschmäcker, aber umso schöner waren dann diese momente der einigkeit. du warst ein wandelndes lexikon für musiksparten, die mit meinen hörgewohnheiten fast nichts zu tun hatten. das habe ich immer bewundert und ich habe gern dazugelernt. ach dirk, es tut weh und es wird eine weile dauern, bis ich wirklich realisiert haben werde, dass du nie wieder mit selbstgebackenem kuchen extra am sonntag ins radio kommen wirst, nur um mit mir kaffee zu trinken und über den ernst und die belanglosigkeiten des lebens zu reden. auch die lustigen donnerstage im studio „b“ mit sven & ufo, werden sich ohne dich wohl für lange zeit anders und seltsam anfühlen. diese endgültigkeit ist nur schwer zu ertragen. am morgen des 08.05. habe ich dir noch auf deiner facebookseite zum geburtstag gratuliert und wollte dich später am tag anrufen. kurz darauf musste ich erfahren, dass du bereits in der nacht vor deinem ehrentag für immer eingeschlafen bist. das ist so bitter. 58 ist doch kein alter. ich werde dich sehr vermissen. 😢🖤

    mach’s gut, dirk!

    ribi - 14.05., 17:23

  2. Ach Dirk! Kaum hatten wir angefangen, uns besser kennenzulernen, im heute immer fast noch neuen Sendungsformat RJ2D und nach den Livesendungen im radiolichen Zugabteil bei einem oder zwei Bierchen … und jetzt fehlst du plötzlich auf immer …

    Ulrich - 15.05., 16:32

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