Mediathek

Stop the Waste

Nahrungsverschwendung ist nicht nur ein Thema, das sich die Vereinten Nationen auf die Agenda geschrieben haben. Auch Studenten der Uni Erfurt und Aktivisten engagieren sich für einen nachhaltigen Lebensstil. Universal - Dein Studentenmagazin über die NGO „Foundation Of Our Development e.V.“ – kurz FOOD.

Kartoffeln für den Frieden – Amit Tyagi pflanzt die braunen Erdäpfel mit der Hand auf einem Ackerfeld westlich von Erfurt. Das Studentenmagazin Universal trifft den indischen Studenten von der „Willy Brandt School of Public Policy“ zu einem Gespräch auf den Flächen des „Lebensgut Cobstädt e.V.“. Hier bewirtschaften Studenten und andere Freiwillige eine kleine Fläche Ackerland. Wir reden über gen-freie, traditionelle Gemüsesorten und ein großes Problem unserer Zeit: die Verschwendung von Essen.


Beitrag stop the waste.mp3
1,3 Milliarden – so viele Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr weltweit in der Tonne. Das sind rund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel – gut 40 Prozent davon entstehen in privaten Haushalten. Vor einem Jahr berichteten wir über eine Gruppe Erfurter Studenten um Amit, die die tägliche Menge an weggeworfenem Essen an der Universitätsmensa zählte. Ihr Ziel: darauf aufmerksam zu machen, wie leichtfertig unsere Gesellschaft mit Nahrungsmitteln umgeht.
Mittlerweile hat sich die Gruppe voll und ganz dieser Aufgabe verschrieben – sie gründeten die Non-Profit-Organisation „Foundation Of Our Development e.V.“ – kurz FOOD. Sie plant mittlerweile ihr nächstes großes Projekt für diesen September: einen Friedens- und „food-march“ von Erfurt nach Berlin.
Wenn man mit dem 33-jährigen Amit spricht, merkt man, wie sehr der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung zu seinem Lebensaufgabe geworden ist. Fragt man ihn nach dem Grundproblem, äußert er Kritik an unserem konsumorientierten System.
 Insert
Unser komplettes Verständnis von Ökonomie ist nicht sehr nachhaltig ausgerichtet- das muss sich ändern. Wir sind alle Teil des Systems und müssen es gemeinsam verbessern, indem wir es kritisch hinterfragen.

Die Verschwendung von Lebensmitteln hat weitreichende Folgen. Jedes Lebensmittel benötigt zu seiner Herstellung wertvolle Ressourcen wie Wasser, Ackerböden, Dünger und Energie. Durch das Wegwerfen der Lebensmittel werden die dafür benötigten Ressourcen verschwendet und es entstehen zusätzlich unnötige Treibhausgase.
 Insert
Überall auf dem Planeten gibt es Konflikte um Ressourcen, wie Wasser oder Land. Wir verwenden diese Ressourcen, um damit unsere Nahrung zu produzieren und werfen diese dann weg. Manchmal frage ich mich wirklich: wollen wir wirklich indirekt Krieg befeuern?

Doch Amit ist es wichtig, nicht nur über Probleme zu reden, sondern sie auch aktiv zu bewältigen. Daher ist das nächste Projekt seiner NGO FOOD ein „Peace March“ von Erfurt nach Berlin vom 13.-30. September, um auf das Problem der Essensverschwendung aufmerksam zu machen.
 Insert
Es handelt sich um einen Friedensmarsch, denn unsere grundlegende Botschaft lautet, dass wir durch das Wegwerfen von Essen eine Gefahr für die komplette Menschheit erzeugen. Wenn es diesbezüglich so weitergeht, wird es verstärkt Konflikte geben – wenn wir uns also diesem Thema widmen, tragen wir auch zum künftigen Weltfrieden bei.
Warum muss die Verschwendung unserer Nahrungsmittel eingedämmt werden? Gemeinsam mit Bürgern vor Ort will das Team von FOOD auf dem Weg darüber diskutieren und Antworten liefern.
 Insert
Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen auf unterschiedliche Weise zu erreichen: Wir werden durch Dörfer und Städte wandern und abends gemeinsame Treffen organisieren, bei denen wir zu diesem Thema Diskussionen und den Dialog mit den Bürgern vor Ort suchen wollen.

Bevor er sich der nächsten Kartoffel zuwendet betont Amit Tyagi, dass es nicht darum geht, moralische Predigten über den richtigen Lebensstil zu halten. Vielmehr muss es einen Prozess geben, in dem die Gesellschaft als Ganzes merkt, wie gefährlich die Verschwendung unserer Nahrung für unsere Zukunft ist. Wenn wieder mehr Menschen wie in Cobstädt auf traditionelle Weise Gemüse anbauen würde, wäre auch das ein erster Schritt zu einem nachhaltigeren Lebensstil.
Über Facebook kann sich jeder Interessierte über den im September anstehenden „Peace March“ von Erfurt nach Berlin informieren. Amit Tyagi hofft auf viele Mitstreiter.


Das war ein Beitrag von Amelie Betz und David Straub.
Sprecherin: Denise Schmidt
Universal - Studentenredaktion

Amelie Betz
18.05.2016

Kommentare

  1. He is real human.

    Shikha - 20.05.2016, 19:45