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Andreas Heuer ist gestorben
Am 17. April 2026 ist nach kurzer, schwerer Krankheit unser vor allem abendprogrammprägender Musikredakteur und Proggie Andreas Heuer gestorben. Er war seit Jahrzehnten bei Radio F.R.E.I. aktiv gewesen. Sein sechsundneuzigkommazweilich radionautisches Sendungsbewußtsein war dabei verknüpft mit Milestones, Borderline, Absolutely Free, F.R.E.I.-Jazz und RoJaDaDa. Wir sind traurig, daß nun auf immer sein Moderatorenregler im Studio A auf "aus" geschoben bleiben wird. Machs gut, Andreas!
Andreas 2020 bei coronabedingter Homeproduktion
Heute
Andreas hat mich für Frei-Jazz "angeheuert". Er war auf einer meiner vielen Veranstaltungen zu Musik und Politik, ich glaube, es war die Buchvorstellung mit Michael Rauhut "Das Kunden-Buch. Blues in Thüringen" in der Offenen Arbeit, und wir kamen ins Gespräch. Ich sagte ihm, dass ich die Frei-Jazz Sendung immer gern höre, und er lud mich zur Sendung ein. Ich wehrte zuerst ab, zuviel Arbeit, zuwenig Zeit, aber wenig später kam ich doch vorbei - und blieb über Jahre bis zu meinem Wegzug aus Erfurt. Ich habe Andreas sehr gemocht, auch weil wir uns so schön über unsere unterschiedlichen Projektionen austauschen konnten, die wir mit der Musik verbanden. In der letzten Märzwoche habe ich ihn besucht und brachte ein paar neue CDs mit. Er wollte weiterleben, weil es noch soviel gute Musik zu entdecken gäbe. Wir sprachen über Musik als "healing force of the universe". Als ich ging, weil seine Pflegerin kam, war ich traurig, weil ich ahnte, dass es mein Abschiedsbesuch gewesen sein könnte. Dass es so schnell ging, ist ein Schock. Ich werde heute Abend ein paar Scheiben auflegen, die wir beide geliebt haben. So long, Andreas.
peter reif-spirek - 18.04., 16:27
andreas’ alle genregrenzen sprengende musikauswahl hat mich immer wieder staunen lassen – manchmal auch irritiert, wenn ich nicht sofort wusste, ob ich begeistert sein oder lieber abschalten sollte. viel häufiger aber war es die freude, durch ihn großartige „neue“ künstler:innen zu entdecken. sein umfassendes musikwissen und seine schier unerschöpfliche sammlung an cds und platten waren eine große bereicherung für radio f.r.e.i. gleichzeitig blieb er stets offen für unbekannte bands und stilrichtungen und hat mich immer wieder eingeladen, bei rojadada dabei zu sein – viel zu selten habe ich mir dafür die zeit genommen. die wirklich spannenden gespräche im studio fanden nämlich immer „off air“ statt, während über den äther die musik lief. danke, lieber andreas. alles gute dir, wo auch immer du jetzt bist.
uli - 18.04., 21:53