Die Wirkung der babylonischen Sprachverwirrung
Einst erschien ein etwas exotisch gekleideter Mensch auf der Baustelle und mokierte sich über die Arbeiter, welche in der Mittagspause ihr Essen mit den Fingern aßen, um danach mit fettigen Fingern und Flecken auf den Kleidern sich wieder ihrer Tätigkeit hinzugeben. Dieser Mensch zog sein Besteck, wohl aus der Bestecktasche, und demonstrierte, wie man fettfrei das Rostbrätel zerlegt und verspeist. Danach ging er seines Weges, aber nicht ohne seine Gabel dort zu lassen. Oder vergaß er diese? Wurde sie ihm entwendet? Er hatte schon bei seinem Eintreffen festgestellt, dass die Arbeiter über Messer in den Hosentaschen verfügten, die gelegentlich aufklappten. Zuerst zaghaft und später Allgemeingut werdend zumindest bei denen, die nach Europa zogen, bahnte sich die Gabel den Weg in die Zivilisation. Und da jeder Mensch etwas anders sprach als sein Nachbar, wurde aus der Gabel die Gabe und weil niemand den exotischen Besucher auf der Baustelle kannte, wurde ihm Göttlichkeit angedichtet. Nun wurde diese Gabel Gottes bei Sothebys für 12 Mio. Euro versteigert. Die Verschiedenheit der Sprachen ist auch in unseren Sendungen ein ewiges Thema. Dem gut informierten Publikum muss das natürlich nicht gesagt werden.
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